Leistungen
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Die
Mammographie |
Die
Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung
der Brust, die geeignet ist, frühzeitig
nicht tastbare bösartige Tumoren sichtbar zu
machen.

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Anmeldung |
Mammographie |
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Mammobil |
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Brustkrebs
ist in Deutschland die häufigste
Krebserkrankung bei Frauen. Etwa 10 % aller
Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens
daran, die meisten ab dem 50. Lebensjahr.
Jährlich sterben 18.000 Frauen daran. Bei
rechtzeitiger Erkennung können Frauen mit
der Diagnose Brustkrebs vollständig geheilt
werden.
Mammographie-Screening – Ein Programm zur
Früherkennung von Brustkrebs
Der
Deutsche Bundestag beschloss im Juni 2002 ein
bundeseinheitliches Programm nach europäischen
Qualitätsrichtlinien zur Früherkennung von
Brustkrebs mit Hilfe der Röntgenuntersuchung,
wie es schon seit vielen Jahren z. B. in den
Niederlanden, Schweden und Großbritannien
praktiziert wird. Dadurch soll Brustkrebs
entdeckt werden, bevor sich der Krebs durch
Beschwerden bemerkbar macht. „Screening“ kommt
aus dem Englischen und bedeutet
Reihenuntersuchung. Angeboten wird dieses
Programm allen Frauen von 50 bis 69 Jahren.
Internationale Studien haben belegt: Die
Sterblichkeit an Brustkrebs kann bei Frauen
dieser Altersklasse deutlich um bis zu 35 %
gesenkt werden, wenn diese Frauen am
Mammographie-Screening teilnehmen.
Sie haben
alle zwei Jahre einen gesetzlichen Anspruch
auf diese neue Form der systematischen
qualitätskontrollierten Untersuchung, zu der
sie persönlich eingeladen werden. Die
Teilnahme ist freiwillig und kostenlos und
wird von den gesetzlichen und privaten
Krankenkassen übernommen.Regionale
Referenzzentren gewährleisten die Einhaltung
europäischer Leitlinien für die
Qualitätssicherung. Als erstes hat das
Referenzzentrum Münster, verantwortlich für
alle Screening-Einheiten in NRW, im Juli
2005 die Arbeit aufgenommen. Das
Referenzzentrum arbeitet im Auftrag der
Kooperationsgemeinschaft Mammographie für
Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von
Herrn Univ. Prof. Dr. med. W. Heindel,
Direktor des Institutes für klinische
Radiologie des Universitätsklinikums
Münster. Das Referenzzentrum ist für die
technisch-medizinische Qualitätssicherung,
für die Fortbildung der Screening-Teams, für
Öffentlichkeitsarbeit und für die
wissenschaftliche Evaluation der digitalen
Mammographie zuständig.
In Westfalen-Lippe gibt es 10
Screening-Einheiten, die für jeweils 800.000
bis 1 Mio. Einwohner zuständig sind und von
jeweils ein bis zwei
programmverantwortlichen Ärzten geleitet
werden. Die Screening-Einheit Kreis Borken -
Kreis Steinfurt ist in zwei
Versorgungsbereiche unterteilt. Die
Einheit Kreis Borken wird von Herrn Dr. med.
B. Jäger, Radiologe in der Überörtlichen
Gemeinschaftspraxis für Diagnostische
Radiologie Ahaus-Vreden, Dr. med. M.
Krüger, Dr. med. B. Jäger, Dr. med. G.
Fischbach, geleitet. Für die Einheit Kreis
Steinfurt ist Herr Dr. med. H.-G. Pelzer aus Greven
programmverantwortlich. Die
Mammographie-Einheiten arbeiten
ausschließlich digital. Für die Frauen
ergeben sich daraus eine besonders hohe
Diagnosesicherheit bei der Auswertung der
Aufnahmen und eine besonders niedrige
Strahlenbelastung.
Ziele des Programms sind:
- Tumore in
einem Stadium zu entdecken, in dem sie
noch klein sind, möglichst unter
1 cm Durchmesser. Zwei Drittel aller
Brusttumore werden bisher erst entdeckt,
wenn sie größer als 2 cm sind und geringere
Heilungschancen mit sich bringen.
- Die
Sterblichkeitsrate an Brustkrebs
langfristig in der Altersgruppe der 50
bis 69jährigen deutlich zu reduzieren.
- Die
Überlebenschancen im Falle bösartiger
Erkrankungen zu verbessern.
- Überflüssige Operationen zu vermeiden,
wenn sich Tumore als gutartig
herausstellen.
- Im Falle
einer Krebskrankheit die Frauen besser
und schonender zu behandeln, z.B.
brusterhaltend zu operieren.
- Die
Qualität der Früherkennung zu steigern.
Das
Screening-Programm im Kreis BorkenAlle Frauen
von 50 bis 69 Jahren werden von einer
öffentlichen Stelle, der Zentralen Stelle in
Münster, zur Mammographie anhand von Daten
des Melderegisters persönlich und
schriftlich unter Angabe des Ortes und des
Termins der Untersuchung eingeladen. Dabei
werden die landesrechtlichen
Datenschutzbestimmungen eingehalten. Den in
dem Einladungsschreiben vorgeschlagenen
Termin können die Frauen bei der Zentralen
Stelle unter der Telefonnummer des
Info-Telefons 0251-929 5000 verlegen.
Alternativ können interessierte Frauen, die
noch nicht eingeladen wurden, unter der
gleichen Nummer einen Termin vereinbaren.
Frauen, die ohne festen Termin in der festen
Mammograhie-Einheit in Bocholt erscheinen,
müssen mit Wartezeiten rechnen.
Die
Untersuchung findet für Frauen aus Bocholt,
Rhede und Isselburg seit März 2006 in der festen
Mammographie-Einheit im St.-Agnes-Hospital in
Bocholt statt. Dort befindet sich auch das
Screening-Büro, Tel-Nr. 02871-2379351. Alle
anderen Frauen des Kreises Borken werden in die
mobile Einheit, das sogenannte „Mammobil“,
eingeladen, das seit Juli 2006 durch die übrigen
Städte und Gemeinden des Kreises Borken fährt.
Alle Frauen werden regelmäßig alle zwei Jahre
automatisch zur Untersuchung eingeladen.
In beiden
Einheiten gelten wie im gesamten
Bundesgebiet die gleichen strengen
Qualitätsanforderungen. Beide
Mammographie-Einheiten gleichen in etwa
einer normalen Arztpraxis mit Anmeldung,
Warte-, Umkleide- und Untersuchungsräumen.
Dort werden
von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen durch
speziell ausgebildete Röntgenassistentinnen
erstellt. Die Aufnahmen werden von zwei
geschulten Ärzten unabhängig voneinander
begutachtet. Weichen die Befunde der beiden
Ärzte voneinander ab, beurteilt sie der
Programmverantwortliche Arzt Dr. Jäger
ebenfalls.
Bei etwa 95 %
aller Frauen zeigt die Mammographie keinen
Hinweis auf Brustkrebs. In diesem Fall
werden die Frauen, mit Zustimmung auch der
Gynäkologe und Hausarzt, innerhalb von
sieben Werktagen nach der Untersuchung
schriftlich benachrichtigt und in zwei
Jahren erneut zum Mammographie-Screening
eingeladen. Zeigen die
Röntgenaufnahmen hingegen Veränderungen, die
auf eine Erkrankung hinweisen könnten,
findet eine Konsensuskonferenz unter den
drei beteiligten Screening-Ärzten statt. Sie
besprechen die Mammographie unter
Zuhilfenahme von eventuellen Voraufnahmen.
Danach bekommt die Frau eine schriftliche
Einladung zu einer kurzfristigen
Abklärungsdiagnostik, zu der auf Wunsch ihr
Gynäkologe oder Hausarzt teilnehmen kann.
Bei der Abklärung findet erstmalig der
Kontakt mit einem Arzt, dem
Programmverantwortlichen, statt, der nach
einem Gespräch weitere Untersuchungen zur
Abklärung des Verdachtes durchführt. Dazu
gehört vor allem das Abtasten der Brust, die
Ultraschalluntersuchung und/oder zusätzliche
Röntgenaufnahmen, selten die Entnahme einer
Gewebeprobe, die sogenannte Biopsie.
Bisherige Erfahrungen zeigen, dass 80 % der
Frauen, die wegen einer auffälligen Mammographie
erneut eingeladen wurden, keinen Brustkrebs
hatten. Das Ergebnis der Abklärungsdiagnostik
erhalten die Frauen innerhalb von sieben
Werktagen nach der Einladung zur
Abklärungsuntersuchung.
Worauf es
ankommt: Die Qualität
Zu den hohen Qualitätsanforderungen des
Mammographie-Screening gehört, dass
-
Im Kreis
Borken mit neuen Geräten und modernster
Technik digital mammographiert wird,
woraus sich eine besonders hohe
Diagnosesicherheit ergibt.
- Alle
Geräte täglich überprüft werden, damit
Aufnahmen mit möglichst geringer
Strahlung erstellt werden. Die
Strahlenbelastung ist sehr gering und
beträgt etwa 10 % der jährlichen
Strahlung, der jeder Mensch in
Deutschland in seinem Alltag ausgesetzt
ist.
- Alle
Röntgenassistentinnen spezielle Kurse
absolviert haben.
- Jeder
Screening-Arzt ebenfalls spezielle Kurse
gemacht hat und sich laufend fortbilden
muss.
- Jeder
Screening-Arzt mindestens 5000 Aufnahmen
pro Jahr befunden muss.
- Jede
Mammographie von zwei Ärzten unabhängig
voneinander beurteilt wird und ein
dritter Arzt bei Unstimmigkeiten
zusätzlich beurteilt.
-
Auffälligkeiten und das weitere Vorgehen
von mehreren Screening-Ärzten in der
sogenannten Konsensuskonferenz gemeinsam
besprochen und Ergebnisse dokumentiert
werden.
- Die
Screening-Einheiten bei der
Qualitätssicherung durch übergeordnete
Referenzzentren unterstützt und
kontrolliert werden.
- Alle
Ergebnisse des Screening-Programms
dokumentiert und ausgewertet werden
unter Hinzuziehung der Ergebnisse des
Krebsregisters.
Wer kann am
Screening-Programm nicht teilnehmen?
Wenn eine
Frau zum Zeitpunkt der Einladung
Brustbeschwerden hat oder bereits aufgrund
einer Brusterkrankung ärztlich behandelt
wird, kann sie nicht am Screening-Programm
teilnehmen. Auch wenn in den letzten zwölf
Monaten vor dem Einladungstermin eine
Mammographie erstellt wurde, muss die
Teilnahme leider zunächst verweigert werden.
In den Fällen werden die Frauen gebeten,
sich mit dem Info-Telefon der Zentralen
Stelle unter der Telefonnummer 0251-929
5000 in Verbindung zu setzen.
Europäische
Studien haben gezeigt, dass Frauen unter 50
Jahren weitaus seltener an Brustkrebs
erkranken als Frauen ab 50 Jahren. Das
Risiko nimmt mit zunehmendem Alter zu. Zudem
sind die Röntgenaufnahmen bei Frauen unter
50 Jahren weniger gut zu beurteilen, weil
diese Frauen noch dichteres Drüsengewebe
haben. Hingegen nimmt das Risiko, an
Brustkrebs zu sterben, bei Frauen über 70
Jahren ab. Hier sind
Herzkreislauferkrankungen die häufigere
Todesursache. Deshalb wird das
Screening-Programm nur Frauen von 50 bis 69
Jahren angeboten.Liegt bei
Frauen unter 50 Jahren eine erbliche
Belastung vor, können sie ein spezielles
Früherkennungsangebot wahrnehmen. Bei
hinreichendem Verdacht können sie über eine
spezielle Verordnung ihres Gynäkologen an
bestimmten Universitätskliniken, z. B.
Münster, eine spezielle Genanalyse vornehmen
lassen.
Fazit aus zwei
Jahren Mammographie-Screening im Kreis Borken
2006-2008
Die Anforderungen der Europäischen Leitlinien
wurden bereits innerhalb der ersten Runde nahezu
erfüllt. Die Rezertifizierung 2007 war
erfolgreich. Die Erwartungen der Praxis vor Ort
wurden zum Teil übertroffen. Die Ergebnisse
lassen den Schluss zu, dass das Screening die
Brustkrebsmortalität im Kreis Borken bei den
Frauen von 50 bis 69 Jahren senken wird.
Der Erfolg von Mammographie-Screening-Programmen
wird daran gemessen, ob und inwieweit die
Brustkrebsmortalität in der Zielbevölkerung
gesenkt werden kann. Doch ist eine
Mortalitätssenkung frühestens nach sieben, in
Routineprogrammen sogar erst nach zehn Jahren,
erkennbar. Kurzfristige Aussagen sind daher nur
möglich, wenn man auf Hilfsgrößen zurückgreift.
Es gibt viele Parameter in den Leitlinien, die
regelmäßig von den Referenzzentren abgefragt
werden. Für den Kreis Borken sind nach der
ersten Screening-Runde vor allem die
Teilnahmequote der Frauen und die
Brustkrebsentdeckungsrate von Bedeutung.
Die Teilnahmequote an den Mammobil-Standorten
war schwankend zwischen 49 % und 76 %. Am
Standort in Bocholt zeigte sich eine steigende
Tendenz bis 65 % im ersten Halbjahr 2008. Diese
Tendenz deutet daraufhin, dass das Programm
bekannter wird und die Akzeptanz steigt. Im
Schnitt liegt die Versorgungseinheit Kreis
Borken bei einer Beteiligung von 60 %. Das
entspricht rund 25.000 Frauen, die dem Aufruf
zur Brustkrebs-Früherkennung gefolgt sind. Da
die letzte offizielle Teilnahmequote in NRW noch
unter 60 % liegt, können wir im Kreis Borken von
einem guten Erfolg der ersten Runde sprechen.
Dies liegt an der intensiven
Öffentlichkeitsarbeit und der guten
Zusammenarbeit mit den Gynäkologen, Hausärzten,
Gleichstellungsbeauftragten sowie Städten und
Gemeinden.
Von den Frauen, die zur Abklärungsdiagnostik
eingeladen wurden, erhielten 25 % eine Biopsie.
Bei 21 % der zur Abklärung eingeladenen Frauen
wurde ein Karzinom bestätigt. Hierbei handelt es
sich um 159 Frauen im Kreis Borken. 38 % der
Frauen mit Brustkrebs waren von 65 bis 69 Jahre
alt. 26 % aller Frauen mit Brustkrebs gaben an,
noch nie eine Mammographie erhalten zu haben.
Die Zahl der Frauen, bei denen Brustkrebs im
Screening entdeckt wurde, entspricht fast dem
dreifachen der Brustkrebsfälle, die es vor dem
Screening-Programm gab. Die
Brustkrebsentdeckungsrate des Mammobils ist
signifikant höher als die am Standort Bocholt.
Das unterstreicht die Richtigkeit des Konzepts,
mit dem Mammobil vor Ort in alle Gemeinden zu
fahren, um allen Frauen die Möglichkeit zu
geben, an der Früherkennung teilzunehmen.
Vorsorge und Früherkennung – Kampf gegen den Brustkrebs
Das
Mammographie-Screening stellt zurzeit die
sicherste Methode dar, Brustkrebs früh zu
erkennen. Die Frauen, bei denen kein Krebs
im Screening entdeckt wird, können auch
sicher sein, gesund zu sein. Wird aber
dennoch ein Tumor entdeckt, befindet er sich
meistens in einem Stadium, in dem er gut
behandelbar und heilbar ist. Je mehr Frauen
am Screening teilnehmen, desto besser lassen
sich die Ergebnisse über die
Brustkrebsfrüherkennung ausbauen und die
Chancen auf Heilung weiter erhöhen. Wird das
Mammographie-Screening gut angenommen, kann
über 400 Frauen pro Jahr in NRW das Leben
gerettet werden.
Das bundesweit eingeführte Mammographie-Screening ist eine wichtige Ergänzung
zur Krebsvorsorge, die nicht vernachlässigt werden darf. Trotz Früherkennung
sollten die Frauen ihre Brüste regelmäßig abtasten und beobachten. Frauen haben
ab dem 20. Lebensjahr Anspruch auf die gynäkologische Krebsvorsorge. Alle
Früherkennungs- und Vorsorgeangebote betreffend, kann nur an die
Selbstverantwortung der Frauen appelliert werden, die Angebote und Chancen zu
nutzen.
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