StartTeamPraxisLeistungenKontaktImpressumLageplan

PRAXEN

  Orthopädie
Dr. Severin
   
  Chirurgie
Prof. Dr. Aufmkolk
Dr. Hempel
   
  Urologie
C. Bertels
F. Bertram
   
 

Radiologie
Dr. Krüger
Dr. Jäger
Chr. Schanz

   
  Kardiolgie
W.-A. Wiegmann
   
  Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie
Dr. Dr. Heger
   
   
Radiologische Praxis

Leistungen

 Die Mammographie 
Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, die geeignet ist, frühzeitig nicht tastbare bösartige Tumoren sichtbar zu machen.

 
Anmeldung Mammographie
Mammobil Technikraum
 
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Etwa 10 % aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran, die meisten ab dem 50. Lebensjahr. Jährlich sterben 18.000 Frauen daran. Bei rechtzeitiger Erkennung können Frauen mit der Diagnose Brustkrebs vollständig geheilt werden.
 
Mammographie-Screening – Ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs
 
Mobile Anmeldung
Der Deutsche Bundestag beschloss im Juni 2002 ein bundeseinheitliches Programm nach europäischen Qualitätsrichtlinien zur Früherkennung von Brustkrebs mit Hilfe der Röntgenuntersuchung, wie es schon seit vielen Jahren z. B. in den Niederlanden, Schweden und Großbritannien praktiziert wird. Dadurch soll Brustkrebs entdeckt werden, bevor sich der Krebs durch Beschwerden bemerkbar macht. „Screening“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Reihenuntersuchung. Angeboten wird dieses Programm allen Frauen von 50 bis 69 Jahren. Internationale Studien haben belegt: Die Sterblichkeit an Brustkrebs kann bei Frauen dieser Altersklasse deutlich um bis zu 35 % gesenkt werden, wenn diese Frauen am Mammographie-Screening teilnehmen.



Sie haben alle zwei Jahre einen gesetzlichen Anspruch auf diese neue Form der systematischen qualitätskontrollierten Untersuchung, zu der sie persönlich eingeladen werden. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos und wird von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Regionale Referenzzentren gewährleisten die Einhaltung europäischer Leitlinien für die Qualitätssicherung. Als erstes hat das Referenzzentrum Münster, verantwortlich für alle Screening-Einheiten in NRW, im Juli 2005 die Arbeit aufgenommen. Das Referenzzentrum arbeitet im Auftrag der Kooperationsgemeinschaft Mammographie für Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von Herrn Univ. Prof. Dr. med. W. Heindel, Direktor des Institutes für klinische Radiologie des Universitätsklinikums Münster. Das Referenzzentrum ist für die technisch-medizinische Qualitätssicherung, für die Fortbildung der Screening-Teams, für Öffentlichkeitsarbeit und für die wissenschaftliche Evaluation der digitalen Mammographie zuständig.

MammographiegerätIn Westfalen-Lippe gibt es 10 Screening-Einheiten, die für jeweils 800.000 bis 1 Mio. Einwohner zuständig sind und von jeweils ein bis zwei programmverantwortlichen Ärzten geleitet werden. Die Screening-Einheit Kreis Borken - Kreis Steinfurt ist in zwei Versorgungsbereiche unterteilt. Die Einheit Kreis Borken wird von Herrn Dr. med. B. Jäger, Radiologe in der Überörtlichen Gemeinschaftspraxis für Diagnostische Radiologie Ahaus-Vreden, Dr. med. M. Krüger, Dr. med. B. Jäger, Dr. med. G. Fischbach, geleitet. Für die Einheit Kreis Steinfurt ist Herr Dr. med. H.-G. Pelzer aus Greven programmverantwortlich. Die Mammographie-Einheiten arbeiten ausschließlich digital. Für die Frauen ergeben sich daraus eine besonders hohe Diagnosesicherheit bei der Auswertung der Aufnahmen und eine besonders niedrige Strahlenbelastung.

 

 

Ziele des Programms sind:

  • Tumore in einem Stadium zu entdecken, in dem sie noch klein sind, möglichst unter 1 cm Durchmesser. Zwei Drittel aller Brusttumore werden bisher erst entdeckt, wenn sie größer als 2 cm sind und geringere Heilungschancen mit sich bringen.
  • Die Sterblichkeitsrate an Brustkrebs langfristig in der Altersgruppe der 50 bis 69jährigen deutlich zu reduzieren.
  • Die Überlebenschancen im Falle bösartiger Erkrankungen zu verbessern.
  • Überflüssige Operationen zu vermeiden, wenn sich Tumore als gutartig herausstellen.
  • Im Falle einer Krebskrankheit die Frauen besser und schonender zu behandeln, z.B. brusterhaltend zu operieren.
  • Die Qualität der Früherkennung zu steigern.
 
Das Screening-Programm im Kreis Borken

Alle Frauen von 50 bis 69 Jahren werden von einer öffentlichen Stelle, der Zentralen Stelle in Münster, zur Mammographie anhand von Daten des Melderegisters persönlich und schriftlich unter Angabe des Ortes und des Termins der Untersuchung eingeladen. Dabei werden die landesrechtlichen Datenschutzbestimmungen eingehalten. Den in dem Einladungsschreiben vorgeschlagenen Termin können die Frauen bei der Zentralen Stelle unter der Telefonnummer des Info-Telefons 0251-929 5000 verlegen. Alternativ können interessierte Frauen, die noch nicht eingeladen wurden, unter der gleichen Nummer einen Termin vereinbaren. Frauen, die ohne festen Termin in der festen Mammograhie-Einheit in Bocholt erscheinen, müssen mit Wartezeiten rechnen.

Die Untersuchung findet für Frauen aus Bocholt, Rhede und Isselburg seit März 2006 in der festen Mammographie-Einheit im St.-Agnes-Hospital in Bocholt statt. Dort befindet sich auch das Screening-Büro, Tel-Nr. 02871-2379351. Alle anderen Frauen des Kreises Borken werden in die mobile Einheit, das sogenannte „Mammobil“, eingeladen, das seit Juli 2006 durch die übrigen Städte und Gemeinden des Kreises Borken fährt. Alle Frauen werden regelmäßig alle zwei Jahre automatisch zur Untersuchung eingeladen.

In beiden Einheiten gelten wie im gesamten Bundesgebiet die gleichen strengen Qualitätsanforderungen. Beide Mammographie-Einheiten gleichen in etwa einer normalen Arztpraxis mit Anmeldung, Warte-, Umkleide- und Untersuchungsräumen.
Dort werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen durch speziell ausgebildete Röntgenassistentinnen erstellt. Die Aufnahmen werden von zwei geschulten Ärzten unabhängig voneinander begutachtet. Weichen die Befunde der beiden Ärzte voneinander ab, beurteilt sie der Programmverantwortliche Arzt Dr. Jäger ebenfalls.

Bei etwa 95 % aller Frauen zeigt die Mammographie keinen Hinweis auf Brustkrebs. In diesem Fall werden die Frauen, mit Zustimmung auch der Gynäkologe und Hausarzt, innerhalb von sieben Werktagen nach der Untersuchung schriftlich benachrichtigt und in zwei Jahren erneut zum Mammographie-Screening eingeladen.      

Zeigen die Röntgenaufnahmen hingegen Veränderungen, die auf eine Erkrankung hinweisen könnten, findet eine Konsensuskonferenz unter den drei beteiligten Screening-Ärzten statt. Sie besprechen die Mammographie unter Zuhilfenahme von eventuellen Voraufnahmen. Danach bekommt die Frau eine schriftliche Einladung zu einer kurzfristigen Abklärungsdiagnostik, zu der auf Wunsch ihr Gynäkologe oder Hausarzt teilnehmen kann. Bei der Abklärung findet erstmalig der Kontakt mit einem Arzt, dem Programmverantwortlichen, statt, der nach einem Gespräch weitere Untersuchungen zur Abklärung des Verdachtes durchführt. Dazu gehört vor allem das Abtasten der Brust, die Ultraschalluntersuchung und/oder zusätzliche Röntgenaufnahmen, selten die Entnahme einer Gewebeprobe, die sogenannte Biopsie.  

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass 80 % der Frauen, die wegen einer auffälligen Mammographie erneut eingeladen wurden, keinen Brustkrebs hatten. Das Ergebnis der Abklärungsdiagnostik erhalten die Frauen innerhalb von sieben Werktagen nach der Einladung zur Abklärungsuntersuchung.
 
Worauf es ankommt: Die Qualität
 
Zu den hohen Qualitätsanforderungen des Mammographie-Screening gehört, dass
  • Im Kreis Borken mit neuen Geräten und modernster Technik digital mammographiert wird, woraus sich eine besonders hohe Diagnosesicherheit ergibt.
  • Alle Geräte täglich überprüft werden, damit Aufnahmen mit möglichst geringer Strahlung erstellt werden. Die Strahlenbelastung ist sehr gering und beträgt etwa 10 % der jährlichen Strahlung, der jeder Mensch in Deutschland in seinem Alltag ausgesetzt ist.
  •  Alle Röntgenassistentinnen spezielle Kurse absolviert haben.
  • Jeder Screening-Arzt ebenfalls spezielle Kurse gemacht hat und sich laufend fortbilden muss.
  • Jeder Screening-Arzt mindestens 5000 Aufnahmen pro Jahr befunden muss.
  • Jede Mammographie von zwei Ärzten unabhängig voneinander beurteilt wird und ein dritter Arzt bei Unstimmigkeiten zusätzlich beurteilt.
  • Auffälligkeiten und das weitere Vorgehen von mehreren Screening-Ärzten in der sogenannten Konsensuskonferenz gemeinsam besprochen und Ergebnisse dokumentiert werden.
  • Die Screening-Einheiten bei der Qualitätssicherung durch übergeordnete Referenzzentren unterstützt und kontrolliert werden.
  • Alle Ergebnisse des Screening-Programms dokumentiert und ausgewertet werden unter Hinzuziehung der Ergebnisse des Krebsregisters.

Wer kann am Screening-Programm nicht teilnehmen?

Wenn eine Frau zum Zeitpunkt der Einladung Brustbeschwerden hat oder bereits aufgrund einer Brusterkrankung ärztlich behandelt wird, kann sie nicht am Screening-Programm teilnehmen. Auch wenn in den letzten zwölf Monaten vor dem Einladungstermin eine Mammographie erstellt wurde, muss die Teilnahme leider zunächst verweigert werden. In den Fällen werden die Frauen gebeten, sich mit dem Info-Telefon der Zentralen Stelle unter der Telefonnummer  0251-929 5000 in Verbindung zu setzen.
Europäische Studien haben gezeigt, dass Frauen unter 50 Jahren weitaus seltener an Brustkrebs erkranken als Frauen ab 50 Jahren. Das Risiko nimmt mit zunehmendem Alter zu. Zudem sind die Röntgenaufnahmen bei Frauen unter 50 Jahren weniger gut zu beurteilen, weil diese Frauen noch dichteres Drüsengewebe haben. Hingegen nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, bei Frauen über 70 Jahren ab. Hier sind Herzkreislauferkrankungen die häufigere Todesursache. Deshalb wird das Screening-Programm nur Frauen von 50 bis 69 Jahren angeboten.Liegt bei Frauen unter 50 Jahren eine erbliche Belastung vor, können sie ein spezielles Früherkennungsangebot wahrnehmen. Bei hinreichendem Verdacht können sie über eine spezielle Verordnung ihres Gynäkologen an bestimmten Universitätskliniken, z. B. Münster, eine spezielle Genanalyse vornehmen lassen.

Fazit aus zwei Jahren Mammographie-Screening im Kreis Borken
2006-2008

Die Anforderungen der Europäischen Leitlinien wurden bereits innerhalb der ersten Runde nahezu erfüllt. Die Rezertifizierung 2007 war erfolgreich. Die Erwartungen der Praxis vor Ort wurden zum Teil übertroffen. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass das Screening die Brustkrebsmortalität im Kreis Borken bei den Frauen von 50 bis 69 Jahren senken wird.

Der Erfolg von Mammographie-Screening-Programmen wird daran gemessen, ob und inwieweit die Brustkrebsmortalität in der Zielbevölkerung gesenkt werden kann. Doch ist eine Mortalitätssenkung frühestens nach sieben, in Routineprogrammen sogar erst nach zehn Jahren, erkennbar. Kurzfristige Aussagen sind daher nur möglich, wenn man auf Hilfsgrößen zurückgreift. Es gibt viele Parameter in den Leitlinien, die regelmäßig von den Referenzzentren abgefragt werden. Für den Kreis Borken sind nach der ersten Screening-Runde vor allem die Teilnahmequote der Frauen und die Brustkrebsentdeckungsrate von Bedeutung.

Die Teilnahmequote an den Mammobil-Standorten war schwankend zwischen 49 % und 76 %. Am Standort in Bocholt zeigte sich eine steigende Tendenz bis 65 % im ersten Halbjahr 2008. Diese Tendenz deutet daraufhin, dass das Programm bekannter wird und die Akzeptanz steigt. Im Schnitt liegt die Versorgungseinheit Kreis Borken bei einer Beteiligung von 60 %. Das entspricht rund 25.000 Frauen, die dem Aufruf zur Brustkrebs-Früherkennung gefolgt sind. Da die letzte offizielle Teilnahmequote in NRW noch unter 60 % liegt, können wir im Kreis Borken von einem guten Erfolg der ersten Runde sprechen. Dies liegt an der intensiven Öffentlichkeitsarbeit und der guten Zusammenarbeit mit den Gynäkologen, Hausärzten, Gleichstellungsbeauftragten sowie Städten und Gemeinden.

Von den Frauen, die zur Abklärungsdiagnostik eingeladen wurden, erhielten 25 % eine Biopsie. Bei 21 % der zur Abklärung eingeladenen Frauen wurde ein Karzinom bestätigt. Hierbei handelt es sich um 159 Frauen im Kreis Borken. 38 % der Frauen mit Brustkrebs waren von 65 bis 69 Jahre alt. 26 % aller Frauen mit Brustkrebs gaben an, noch nie eine Mammographie erhalten zu haben. Die Zahl der Frauen, bei denen Brustkrebs im Screening entdeckt wurde, entspricht fast dem dreifachen der Brustkrebsfälle, die es vor dem Screening-Programm gab. Die Brustkrebsentdeckungsrate des Mammobils ist signifikant höher als die am Standort Bocholt. Das unterstreicht die Richtigkeit des Konzepts, mit dem Mammobil vor Ort in alle Gemeinden zu fahren, um allen Frauen die Möglichkeit zu geben, an der Früherkennung teilzunehmen.

Vorsorge und Früherkennung – Kampf gegen den Brustkrebs

Das Mammographie-Screening stellt zurzeit die sicherste Methode dar, Brustkrebs früh zu erkennen. Die Frauen, bei denen kein Krebs im Screening entdeckt wird, können auch sicher sein, gesund zu sein. Wird aber dennoch ein Tumor entdeckt, befindet er sich meistens in einem Stadium, in dem er gut behandelbar und heilbar ist. Je mehr Frauen am Screening teilnehmen, desto besser lassen sich die Ergebnisse über die Brustkrebsfrüherkennung  ausbauen und die Chancen auf Heilung weiter erhöhen. Wird das Mammographie-Screening gut angenommen, kann über 400 Frauen pro Jahr in NRW das Leben gerettet werden.

Das bundesweit eingeführte Mammographie-Screening ist eine wichtige Ergänzung zur Krebsvorsorge, die nicht vernachlässigt werden darf. Trotz Früherkennung sollten die Frauen ihre Brüste regelmäßig abtasten und beobachten. Frauen haben ab dem 20. Lebensjahr Anspruch auf die gynäkologische Krebsvorsorge. Alle Früherkennungs- und Vorsorgeangebote betreffend, kann nur an die Selbstverantwortung der Frauen appelliert werden, die Angebote und Chancen zu nutzen.